JosefBordat
Veröffentlicht am 8. September 2010, von JosefBordat
Die Heilsgeschichte, die Menschwerdung Gottes und das Leben Jesu Christi sind so eng mit der Gottesmutter Maria verwoben, dass sich im Festkalender der Kirche zahlreiche Gedenktage finden, die an Maria erinnern – an ihre Empfängnis (8.12.), an ihre Geburt (8.9.), an ihre Aufnahme in den Himmel (15.8.), an ihre Entscheidung, sich dem Willen Gottes zu unterwerfen und damit die erste Christin zu werden (24.3.).

Obgleich wir aus der Bibel sehr wenig über Maria wissen, gibt es zahlreiche Versuche, ihr Wirken theologisch einzuordnen und damit Gottes Plan zu deuten. Es entsteht mitunter der Eindruck, das Brauchtum in katholischen Regionen und die Glaubenspraxis der Kirche stellten Maria ins Zentrum der Liturgie. Und das wird dann oft, gerade von evangelischen Christen, sehr kritisch gesehen, in der Meinung, damit verstelle der katholische Christ den Blick auf Jesus. Wer Maria ins Zentrum stellt, drängt Jesus an den Rand. So der Vorwurf.

Erstens stimmt das mit der vermeintlichen Akzentuierung so nicht, was sich oft schon in der Bauweise von katholischen Kirchen widerspiegelt, wo der Tabernakel mit dem eucharistischen Herrn am Hauptalter zu finden ist, der Marienaltar hingegen an der Seite, und zweitens ist die Betrachtung Mariens nicht so gemeint. Zum einen wird Maria zwar verehrt, aber nur Gott in seinen drei Personen wird angebetet. Zum anderen gilt: Wer auf Maria schaut, fokussiert immer auch Christus. Wir kommen durch Maria zu Christus, so wie Christus durch Maria zu uns gekommen ist. Denn Maria kann uns als entschiedene Christin Vorbild sein. Gerade heute.

Was bedeutet es heute, wie Maria zu sein? Marianisch zu leben bedeutet, Christus in die Welt zu bringen. In gewisser Weise immer wieder neu zu gebären, dort, wo er nicht mehr wahrgenommen wird. In eine Umgebung hineinzutragen, die von vielen neugierigen Hirten geprägt wird, von (wenigen) klugen und demütigen Pilgern und auch (immer noch) von einigen um ihre Position besorgten, neidischen Herodesen, die sich in ihrer überheblichen Selbstsucht und moralischen Verblendung nicht einmal scheuen, ihre Soldaten gegen die Schwächsten aufzuhetzen.

Wie Maria zu werden bedeutet, ein Angebot Gottes zu bejahen, das keine Ausstiegsklausel enthält. Es bedeutet konkret, in Demut bereit zu sein, sich ganz der Aufgaben anzunehmen, die Gott jedem von uns stellt. Und in Liebe stark zu sein, wenn es damit schwierig wird. Das Fest Mariä Geburt kann uns daran erinnern und uns dazu ermutigen.

(Josef Bordat)
Mehr zum Thema: Maria
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Bernice schrieb am 9. September 2010
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Danke! Gestern feierten wir auch den Namenstag unserer Tochter und der Muttergottes sangen wir noch ein Geburtstagsliedchen! Blumen
Bernice
Talita schrieb am 8. September 2010
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Dankeschön...! denk

Meine Patentante hat heute auch Geburtstag, doch ich hatte gar nicht daran gedacht. Als ich sie wegen einer ganz anderen Sache anrufen wollte, aber eigentlich keine Lust dazu hatte, habe ich einem starken inneren Eindruck endlich nachgegeben und den Hörer in die Hand genommen. Da meldete sich mein Onkel: "...du wolltest bestimmt das Geburtstagskind sprechen...".

War ich froh, dass ich der Eingebung gefolgt war!!! floet

Und für cat: Schön!! Das freut mich wirklich!

LG, Talita
Talita
JosefBordat schrieb am 8. September 2010
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Nichts gegen die Religionslehrerinnen und -lehrer, die ich hatte, aber ich glaube, ich hätte gerne bei Dir, Talita, Unterricht gehabt! Gefällt mir, wie Du den Bogen "Mütterlichkeit" spannst.

Heute hat übrigens meine Schwiegermutter Geburtstag, die nach dem heutigen Fest benannt ist: Natty (von "natividad"=Geburt).

LG, Josef
JosefBordat
Talita schrieb am 8. September 2010
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Vielen Dank für diese Gedanken.

Persönlich kann ich sagen, dass ich zwar auch eine stärkere Beziehung zu Jesus habe, aber doch Maria sehr schätze und verehre.

Sie kommt mir gerade im alltäglichen Leben immer sehr entgegen, und die Betrachtung ihres Lebens und Lebenswandels bringt immer wieder Ruhe in meinen Alltag und mein Denken.

So stelle ich mir oft ihr sehr einfaches und schlichtes Leben vor - eine gute Übung, wenn man sich vom Leben benachteiligt sieht.

Ich stelle mir ihre Geduld und Hingabe vor, mit der sie ihrer kleinen Familie gedient hat.

Ich empfehle ihr immer wieder alle Kinder, die ich in der Schule unterrichten darf, und bitte sie um ihren mütterlichen Beistand, wenn ich nicht weiter weiß...

Mit dieser Annäherung ist es schon fast unverständlich, wie manche sich so vehement gegen die Ver-Ehrung Marias stemmen.

Auch gebe ich dann zu bedenken, welche Ehren auch auf Erden starken und vorbildlichen Müttern schon zu teil werden.
Den Kindern im Religionsunterricht halte ich vor Augen, dass auch die eigene Mutter immer der erste Zufluchtsort ist, wenn es ihnen schlecht geht.

Und wie oft sagen oder hören wir: "...Na, ich werde mal mit seiner Mutter reden!... Geh' doch mal zu ihrer Mutter...".

Und da sollte die Mutter unseres Herrn keine besondere Würdigung erfahren dürfen?
Im Gegenteil:
Auch Jesus kann seiner Mutter kaum etwas abschlagen, - da wird schon mal Wasser zu Wein!
blink

Liebe Grüße, Talita
Talita